Dienstag, 30. September 2008

Hunde - Welpen: Welpenschutz? Wichtige Informationen zum Welpenschutz

Den Begriff Welpenschutz kennt fast jeder Hundebesitzer, doch er wird oft falsch interpretiert. Leider gibt es zum Thema Hunde, Welpen, Hundeverhalten u. Hundeerziehung immer noch viele weit verbreitete Missverständnisse. Unter dem Begriff “Welpenschutz” verstehen viele Hundefreunde ein Art Geruch, der dem Welpen anhaftet und ihm eine “Narrenfreiheit” bei älteren Artgenossen sichert. Viele Hundehalter betrachten es fälschlicherweise als eine Art ungeschriebenes Gesetz, dass dieser Welpenschutz bei jedem anderen Hund eine automatische Beißhemmung bewirkt. Doch dieser Irrglaube, kann fatale Folgen haben, denn einen Welpenschutz in dieser Form gibt es leider nicht.

Den Welpenschutz, in dem Sinne wie er oft verstanden wird, gibt es innerhalb eines festen Rudels, nicht aber für fremde Hunde. Zwar ist es erstaunlich, wie tolerant und nachsichtig viele erwachsene Hunde auch fremden Welpen gegenüber oft sind, doch dies gilt keineswegs immer und nicht für alle Hunde! Man darf sich daher nie auf den Welpenschutz verlassen und den Welpen nicht sorglos auf jeden fremden Hund zulaufen lassen. Nicht alle Hunde, die man trifft, sind gut sozialisiert. Mancher Hund hat selbst schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht, und mancher Hund hat Verletzungen oder Krankheiten, sodass es ihnen Schmerzen bereitet, wenn sie von einem übermütigen Welpen angesprungen werden. In solchen Fällen kommt es durchaus vor, dass auch ein Welpe energisch weg gebissen wird.

Kommunikation unter Hunden

Hunde kommunizieren untereinander über sehr fein abgestimmte Signale, die besonders für weniger erfahrene Hundebesitzer oft kaum wahrnehmbar sind. Auch diese Kommunikation mit anderen Hunden muss der Welpe erst lernen. Welpen lernen, mit entsprechender Körpersprache zu signalisieren, dass sie den anderen Hund sehr wohl respektieren, aber die Feinheiten der sehr differenzierten Körpersprache müssen sie erst erlernen. Und auch der Hundehalter muss lernen, die Hundesprache zu deuten. Ein Schwanzwedeln bedeutet nicht immer Freude, man muss gleichzeitig auch weitere Körpersignale beachten, um einschätzen zu können, ob der Hund der Begegnung freundlich oder ablehnend gegenüber steht. Auf keinen Fall sollte man sich allzu sorglos auf einen angeborenen und immer funktionierenden Welpenschutz verlassen! Macht der Welpe schon eine schlechte Erfahrung, indem er durch einen anderen Hund gebissen dabei schwer verletzt wird, ist dies oft eine traumatische Erfahrung, die dem Hund (und seinem Besitzer) noch jahrelang Schwierigkeiten bei Hundebegegnungen bereiten kann.

Hundesprache lernen

Damit der Welpe gut sozialisiert wird und die Gelegenheit hat die Hundesprache zu erlernen, empfiehlt sich der regelmäßige Besuch einer Welpenschule. Nicht nur der Welpe kann hier mit gleichaltrigen die Hundesprache spielerisch erlernen, auch der Hundebesitzer lernt unter fachkundiger Anleitung die feinen Körpersignale der Hundesprache richtig zu deuten und Situationen richtig einzuschätzen. So erkennen Sie, welcher Hund tatsächlich bereit ist, dem Welpen einen gewissen Welpenschutz zu gewähren, und welcher eher nicht. (Tipps zur Wahl der richtigen Hundeschule finden Sie hier.) Darüber hinaus sollte man bei Begegnungen mit fremden Hunden zunächst immer Rücksprache mit dem Besitzer halten und fragen, wie sein Hund mit Welpen umgeht, bevor man sie zusammen lässt.

Fazit: Zwar gibt es einen gewissen Welpenschutz, doch bei Begegnungen mit fremden Hunden darf man sich auf diesen Welpenschutz nicht verlassen, wenn man seinen Welpen nicht gefährden will!

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