Donnerstag, 18. September 2008

Hunde und Kinder - Vorteile und Verantwortung

Hunde können eine große Bereicherung im Leben eines Kindes sein. Mehrere Studien haben inzwischen erwiesen, dass Kinder, die in den ersten Lebensjahren mit Hund oder Katze zusammenleben, später deutlich weniger an Allergien leiden. Zudem ist bewiesen, dass Kinder, die mit einem Hund (oder mehreren Hunden) aufwachsen und die Verantwortung für ein Tier mittragen, deutlich seltener verhaltensauffällig werden, umgänglicher, und weniger aggressiv sind, als Kinder ohne Hund.

Voraussetzung für den positiven Einfluss von Hunden auf Kindern ist jedoch, dass sich die Eltern ihrer erzieherischen Verantwortung bewusst sind. Es ist eine sehr schöne, aber auch sehr anspruchsvolle Aufgabe, Kindern den richtigen Umgang mit einem Hund zu vermitteln. Der Hund darf keineswegs als „Spielzeug“ oder „Babysitter“ angesehen werden. Dies könnte fatale Folgen haben. Ein Hund bereichert zwar die Familie, man darf aber nicht erwarten, dass er einem „Arbeit“ in der Erziehung oder Beaufsichtigung abnimmt. Im Gegenteil - es bedeutet für die Eltern einen deutlichen Mehraufwand: Der Hund muss lernen die Kinder zu respektieren, und die Kinder müssen lernen, den Hund zu respektieren. Die meisten Beißvorfälle passieren, weil Eltern Kind und Hund einander selbst überlassen und ihre erzieherischen Pflichten vernachlässigen. Viele Kinder verstehen ihre "Macht" gegenüber dem Hund falsch und kommandieren ihn sinnlos herum, lassen ihm keinen Freiraum mehr, oder quälen ihn sogar.

Bei nahezu allen Beißvorfällen, über die in den Medien mit reißerischen Schlagzeilen wie: „Ohne Grund griff der vermeintlich brave Familienhund plötzlich an“, stellt sich im Nachhinein heraus, dass hier schon über einen längeren Zeitraum die Aufsichtspflicht verletzt wurde, Kind und Hund sich selbst überlassen waren und das Tier sich mit dem Biss aus einer ausweglosen Situation verteidigt hat, weil es von den Kindern bedrängt oder gequält wurde. Darüber berichten die Medien dann allerdings selten - die Schlagzeile der „unberechenbaren Bestie“ lässt sich eben besser verkaufen und die Eltern geben nur ungern zu, ihre Aufsichtspflicht sträflich vernachlässigt zu haben. Über ein Beispiel hatte ich hier in Alex‘ DogBlog schon einmal berichtet.

Für Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren ist auch das interaktive Lernspiel "Der blaue Hund" zu empfehlen, das Kindern und Eltern spielerisch den richtigen Umgang mit dem Hund vermittelt. Es wurde von Fachleuten entwickelt, um Hundebisse zu vermeiden. Auch die Gassigänge sollten nie dem Kind alleine überlassen bleiben. Selbst, wenn der eigene Hund kräftemäßig vom Kind gut zu handeln, gutmütig ist und auf das Kind hört - es kann immer noch vorkommen, dass andere Hunde den eigenen Hund bedrängen und eine Rauferei unter den Hunden entsteht. In diesem Fall ist ein Kind überfordert. Im Übrigen gibt es auch Ärger mit der Haftpflichtversicherung, wenn der Hund dem Kind ausbüxt oder etwas anstellt. In vielen Hundeschulen werden mittlerweile spezielle Kurse für Kinder mit ihrem Hund angeboten. Die Hundeschule will sorgfältig ausgewählt sein, mehr Infos zur Wahl der richtigen Hundeschule finden Sie hier.

Wenn sich (menschlicher) Nachwuchs ankündigt, ist das keinesfalls ein Grund, den Vierbeiner abzugeben. Generell können ein Hund und ein Baby oder Kleinkind natürlich auch in einem Haushalt leben. Hund und Kind dürfen nur nicht zusammen alleine gelassen werden. Außerdem muss die Gewöhnung an das Baby möglichst sanft erfolgen. Sind die Kinder bereits da und es soll ein Hund hinzukommen, ist es empfehlenswert, dass die Kinder bereits aus dem Kleinkindalter herausgewachsen sind. Besondere Beachtung ist hierbei auch der Hygiene zu schenken. Es ist wichtig, dass die Hunde regelmäßig entwurmt, und vor anderen Parasiten geschützt werden, damit sie keine Infektionsgefahr darstellen.

Noch ein paar Tipps dazu:
Hunde & Kinder - so werden sie zum Dreamteam

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